Wahlinformation Liste 1 – Nr.02

Liste 1 wählen!

Warum kandidieren wir und wofür stehen wir?

Liebe Kolleginnen, Kollegen – Sehr geehrte Damen und Herren,

sicherlich sind im Vorwege zur Wahl der Arbeitnehmer/innen in den Aufsichtsrat der HHLA-AG einige Punkte nicht optimal gelaufen und schlecht vorbereitet gewesen. An dieser Stelle möchten wir euch mitteilen, dass aus unserer Sicht eine Persönlichkeitswahl immer die demokratischere und bessere Wahl gewesen wäre. Die Wählerinnen und Wähler hätten die Möglichkeit gehabt, ihre Kandidatinnen oder ihre Kandidaten einzeln auszuwählen. Nun haben wir eine Situation, dass jetzt von drei Listen die Kandidatinnen und Kandidaten aufgrund der abgegebenen Stimmen für die jeweiligen Listen, nach dem Verfahren der Verhältniswahl gewählt (bestimmt) werden. Da die Reihenfolge der Kandidatinnen und Kandidaten im Voraus für die jeweiligen Listen festgelegt ist, geht es jetzt nur noch darum, welche Liste wieviel Stimmen bekommt und wieviel Vertreter die Liste in den Aufsichtsrat entsendet. Dabei muss von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zwingend eine Frau, aufgrund der Geschlechterquote, in den Aufsichtsrat gewählt werden. Durch die Reihung auf der eingereichten ver.di Liste, sind alle Kandidaten/innen ab Platz drei nur Zählkandidaten und haben keine Chance in den Aufsichtsrat gewählt zu werden.

Solch eine Situation als echten Wettbewerb zu beschreiben, können wir nicht nachvollziehen! Lange bevor es zur Kandidatenaufstellung durch ver.di gekommen ist, gab es deutliche und unmissverständliche Hinweise darauf, dass nicht gewerkschaftlich organisierte Kolleginnen und Kollegen diesmal für den Aufsichtsrat kandidieren wollen. Unter diesen Umständen wäre ein Verzicht auf eine eigene ver.di-Liste oder als Alternative eine offene Kandidaten/innenliste im Sinne der Demokratie der bessere Weg gewesen!

Nachdem sowohl „Pottkieker“ und ver.di ihre Wahlvorschlagslisten eingereicht hatten, haben wir uns als Letzte dafür entschieden, ebenfalls eine eigene Liste einzureichen, weil die rechtliche Konsequenz Listenwahl, durch „Pottkieker“ und ver.di besiegelt wurde.

Wir bedauern diese Entscheidung außerordentlich!

Da auf unserer Liste ausschließlich ver.di Mitglieder sind, die in diversen nationalen und internationalen gewerkschaftlichen Funktionen tätig sind, haben wir sowohl ein sehr gutes fachliches Wissen über die Hafenlogistik, wie auch über die HHLA-AG. Dieses Know-how werden wir für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im HHLA-Konzern einsetzen!

Darüber hinaus werden wir uns generell für alle Arbeitnehmerinteressen im Hamburger Hafen einsetzen, auch über die Grenzen von Beschäftigungsverhältnissen der HHLA-AG hinweg. Beispielhaft nennen wir hier den GHB und die Laschbetriebe. Gerade das System GHB sorgt dafür, dass die Tarif- und Sozialbedingungen im Hamburger Hafen stabil gehalten werden. Wir werden uns Deregulierungsbestrebungen und Liberalisierung entgegenstellen, um unsere Hafentarife abzusichern und zu verteidigen.

Wir sehen im Übrigen, Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder die Vernetzung in die Politik nicht als Nachteil an, sondern als wirksames Mittel, um die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu artikulieren und durchzusetzen! Ebenfalls ist ein Betriebsratsmandat oder der Vorsitz im Betriebsrat für die Ausübung des Aufsichtsratsmandates kein Nachteil, wie von der Liste „Pottkieker“ behauptet, sondern zur Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen ein Vorteil, weil sich mancher Konflikt nur über die Machtfrage lösen lässt. Beispielhaft hierfür sind die Auseinandersetzungen zum Port-Package I und II, der neuen EU–Hafenverordnung sowie die geplante mehrheitliche Privatisierung der HHLA-AG durch den damaligen CDU-Senat. Aber auch in jüngster Zeit hat es Erfolge im Kampf für den Erhalt von Arbeitsplätzen gegeben. Eine Betriebsschließung der Firma LCH wurde auch deshalb verhindert, weil mit uns Druck auf den HHLA-Vorstand ausgeübt wurde, dass die HHLA-AG, als mehrheitlich staatliches Unternehmen, ihre soziale und wirtschaftliche Verantwortung für den Hamburger Hafen wahrnimmt. Unsere Arbeits- und Tarifbedingungen im Hamburger Hafen sind ein hohes Gut und wir werden unternehmerische Entscheidungen auch darauf überprüfen und unsere Zustimmung davon abhängig machen, dass wir die Auswirkung auf Beschäftigte genau überprüfen und abwägen.

Veränderungen im Aufsichtsrat auf der Seite der Anteilseigner und Veränderungen im Vorstand setzen Professionalität und Erfahrung in der Politik auf Arbeitnehmerseite voraus. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende der HHLA-AG, Herr Grube, ist ein knallharter Politikprofi, der für die Gesellschafter deutlich den Einfluss erhöhen wird. Das muss nicht immer im Sinne und zum Vorteil der HHLA-AG und ihrer Beschäftigten sein.

Die Entscheidungen des Vorstandes zu einer neuen Führungsstruktur, mit der Konsequenz den HHLA-Konzern aus der Holding heraus zu führen, werden wir daraufhin überprüfen, ob die Interessen aller Beschäftigten im HHLA-Konzern angemessen berücksichtigt werden.

Der HHLA-Konzern hat sich in den letzten Jahrzehnten ständig verändert. Nicht immer haben die Maßnahmen, den vom Vorstand gewünschten Erfolg gehabt und nicht immer waren die Entscheidungen für die Beschäftigten nachvollziehbar. Das Kerngeschäft der HHLA-AG ist der Containerumschlag auf den drei Containerterminals in Hamburg sowie in Odessa in der Ukraine. Darüber hinaus gewinnt das Segment Intermodal beständig an Bedeutung für das Konzernergebnis. Allerdings ist der HHLA-Konzern mehr als nur Containerumschlag. Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Bereich HHLA- Immobilien mit der Speicherstadt und die Fischmarkt Hamburg Altona GmbH weiterhin im Konzern verbleiben. Bestrebungen von Politik und Gesellschafter dies zu verändern, werden wir uns öffentlich entgegenstellen. Ein Verkauf von Filetstücken wie der Fischmarkt, ist der Anfang vom Ende der HHLA-AG, wie wir sie kennen und lieben!

Die Ankündigung unserer Vorstandsvorsitzenden Frau Titzrath, die HHLA-AG zum digitalen Motor des Hamburger Hafens zu machen, werden wir aufmerksam verfolgen, zumal Auswirkung und Umfang einer Digitalisierungsstrategie noch nicht klar erkennbar sind.

Automatisierung und Digitalisierung lassen sich nicht aufhalten. Es handelt sich hier um weltweite Megatrends, die Logistik und damit auch den HHLA-Konzern verändern werden. Wir werden unsere Stimme im Aufsichtsrat dazu erheben und verlangen, dass die Beschäftigteninteressen angemessen berücksichtigt werden. Diese Auseinandersetzung um Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen werden wir für alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im HHLA-Konzern führen. Digitalisierung und Automatisierung bedroht nicht nur gewerbliche Arbeitsplätze, sondern wird in den nächsten Jahren in allen Arbeitsbereichen vermehrt an Bedeutung gewinnen. Einer Digitalisierung und weiteren Automatisierung werden wir nur zustimmen, wenn sie sozial ausgewogen und verantwortbar ist. Dass dies möglich ist, kann man am HHLA Containerterminal Altenwerder sehen.

Es gibt also viele gute Gründe uns zu wählen! 

Thomas, Christine, Stuart, Andreas

Aufsichtsratswahl
2 comments on “Wahlinformation Liste 1 – Nr.02
  1. Vielen Dank für die Erklärung, warum die ver.di Liste Leute ohne gewerkschaftspolitische Gesinnung und Aktivität „setzt“, entbehrt bei mir jegliches Verständnis … Hohe ehrenamtliche Funktionäre „kalt zu stellen“ hat für mich Züge des „Trumpismus“. Ich bedaure, dass Populismus und Polemisierung meine (noch) Gewerkschaft so unterwandern konnte … ich werde meine bisherige 39-jährige (25 Jahre aktiv) Mitgliedschaft gründlich überdenken und in Frage stellen.

  2. Danke Jörg, für deinen Komentar. In einer globalsierten Welt müssen Gewerkschaften Brücken bauen und Orientierung geben. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten. Wir müssen als eine HHLA-Familie auftreten und ein konstruktives Mitglied der ITF und ETF sein. Habe heute in Cape Town mit dem Gewerkschaftsvertreter von HHLA Odessa gesprochen und ihm zugesagt, Wahl in den Aufsichtsrat vorausgesetzt, dass wir auch ihre Interessen vertreten werden.

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